Im Mittelalter war der Wein in ganz Europa verbreitet und erfreute sich stetig wachsender Popularität. Wein war durch seinen Alkoholgehalt hygienischer und keimfreier als Wasser, weshalb seine Beliebtheit noch weiter wuchs. Angeblich konnte man mit einer gewissen Menge Wein sogar Wasser desinfizieren. Römischen Legionären war aus diesem Grund sogar ein gewisser Weinkonsum vorgeschrieben.
Wein wurde nun in allen Teilen Europas angebaut. Weil jeder seinen eigenen Weinberg haben wollte, wurde oft auch in Gebieten angebaut, die für den Weinbau völlig ungeeignet waren. Hier wurde der Weinbau logischerweise dann nach einiger Zeit wieder eingestellt.
Der eigentliche Siegeszug des Weines findet erst später, nämlich durch Großbritanniens weltumspannendes Handelsimperium, statt.
Die Briten hatten im 16. Jahrhundert Teile Südwestfrankreichs besetzt. In dieser Region wurde zwar schon seit der Römerzeit Wein hergestellt, allerdings erlebte die Region um Bordeaux durch die Briten einen regelrechten Aufschwung. Der Wein aus Bordeaux ist heute noch einer der hochwertigsten der Welt.
Einen ähnlichen Aufschwung gab es auch in der Region Burgund, ebenfalls eine der bekanntesten Weinregionen. Die Besonderheit der Region Burgund war, dass schon sehr früh damit begonnen wurde, Wein systematisch anzubauen. Hier wurde erstmals eine genaue Vermessung sowie Klassifikation der einzelnen Weinberge, bzw. Parzellen, durchgeführt. Die Tatsache, dass nach burgundischem Erbrecht die Anbaufläche eines Weinberges unter den Erben aufgeteilt wurde, führte zu einer starken Aufsplitterung der Anbaufläche. Oftmals hatten die Weinbergbesitzer auf verschiedenen Weinbergen mehrere unzusammenhängende Flächen, auf denen sie anbauen konnten.
Angeführt von so erfolgreichen Weinen wie dem Burgunder oder dem Bordeaux, war der französische Wein in der Folgezeit äusserst beliebt. Erst nach dem 16. Jahrhundert wurden auch Weine aus anderen Gebieten Europas bekannt, darunter der portugiesische Portwein, der spanische Sherry, ungarische Tokajer, sowie der italienische Marsala.
Die übrigen Weine kamen damals nicht über regionale Bedeutung hinaus, und wurden meist nur in der Gegend konsumiert, in der sie angebaut wurden.
Im 17 Jahrhundert wurde der Champagner von Dom Perignon erfunden, und entwickelte sich sofort zu Frankreichs Exportschlager.